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Am 01.04.1990 geboren schaute ich mir 1994 Avellino 4 jährig bei einem Händler an und befand ihn trotz einiger Bocksprünge und Unlongierbar-
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keit auf der rechten Hand für voltigiertauglich. Ich brachte ihn zur Probe mit nach Hegnach, uns war aber schnell klar dass ein 4 jähriges
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Pferd eine zu lange Ausbildung brauchen würde bis er voll einsatzfähig sein würde. Schulbetrieb macht mit einem so jungen Tier das auf-
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gebaut werden soll ebenso keinen Sinn und so waren wir schweren Herzens schon drauf eingestellt ihn wieder her geben zu müssen.
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Durch einen glücklichen Umstand blieb Avellino dann doch in Hegnach und wurde von Familie Kowalski gekauft. Er wurde ausgebildet
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mit Hilfe des damaligen Reitlehrers und hatte schnell den Ruf im Gelände unberechenbar zu sein. Aus diesem Grund entschloß sich Fam.
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Kowalski ihn 1997 zum Verkauf anzubieten, erinnerte sich aber an meine ursprüngliche Einschätzung dass er voltigiertauglich wäre. So
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kam es, dass wir ihn einige Male zum Voltigieren ausprobierten und bis auf einige Bocksprünge bei den Fahnen klappte das sehr gut. Da
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wir zu diesem Zeitpunkt mit Rigoletto und Samuro bereits 2 Voltigierpferde hatten und eigentlich kein weiteres brauchten wurde Avellino
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zum Verkauf ausgeschrieben. Eine sehr renomierte Voltigiergruppe aus der Umgebung kam mit ihrem Ausbilder zum Test, befand ihn für
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äußerst gut geeignet, machte aber die ungeschickte Äusserung gegenüber unserer Gruppe (ich bekam an der Longe stehend davon nichts mit)
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dass dieses gute Pferd zu einer guten Gruppe müsste und so eine schlechte Gruppe wie wir nicht verdient habe...
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Im Nachhinein müssen wir dem Mann für diesen unverschämten Spruch sehr dankbar sein. Weinende Kinder haben es damals über Nacht
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geschafft sämtliche Eltern zu Spenden zu animieren, die bisherige Reitbeteiligung Avellinos war auch sehr interessiert das er da blieb und
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spendete ebenfalls und am Ende war für den Verein eine Summe übrig, die nicht mehr hoch war und unbedingt investiert werden musste.
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Avellinos Ausbildung gestaltete sich dann doch etwas aufregend. Im Training war das Bocken bald verschwunden, aber auf dem Turnier
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reichte eine kleine Spannung und das Gebocke war wieder da. Ich erinnere mich an einen Start ungefähr 1999 als wir in Karlsruhe nach der
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Pflicht abgeklingelt wurden, weil die Richterin das Turnen der Kür auf diesem Pferd an diesem Tag für zu gefährlich hielt und die Sanitäter
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die ganze Zeit am Zirkelrand standen...
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Ebenfalls hasste Avellino Applaus. Trotz stundenlangem Klatschtraining mit allem was uns einfiel, machte jedes Klatschen bei einem Auf-
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tritt oder auf dem Turnier Avellino unbeherrschbar. Ich will lieber nicht an die Siegerehrungen zurück denken wo ich mit ihm rein musste
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und oft nicht mehr wusste ob er mich und alle anderen um sich rum am Leben läßt.
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Warum wir das alles in Kauf nahmen? Weil Avellino zwischenzeitlich ein geniales Voltigierpferd geworden war um das uns viele beneideten.
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Pferdenoten bis 9,0, gut galoppierend mit Gruppe und Einzelvoltigierern ermöglichte er uns 2000 den Aufstieg von C nach B, Sonja Rösner
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und Julia Schäcke den Aufstieg ins A-Einzel, trug unzählige Voltis durch Abzeichenprüfungen, ging tolle Schaunummern an den Voltigier-
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tagen und an Weihnachten auch mit den Anfängern- wer erinnert sich noch an die Raubtiernummer wo er einen Hula Hupp Reif im Maul
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“hielt” und die Voltis Flugrollen durch turnen konnten? Er begleitete uns auf sehr viele Lehrgänge und brachte Theresa Schwarz und Julia
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Schäcke in den Regionalkader. 2003 konnten wir mit ihm sogar am Gruppenchampionat bei der Landesmeisterschaft in Schutterwald
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teilnehmen.
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Avellino war ebenfalls das erste Hegnacher Vereinspferd, dass nicht im Schulbetrieb eingesetzt wurde. Er ging zweimal wöchentlich
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Volti und hatte für die restlichen Tage zwei Reitbeteiligungen. Beim Springen hatte er auch immer viel Spaß, nur im Gelände blieb er
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ein Fall für sich ;-) Er freute sich immer über Besucher und vor allem über Streicheleinheiten am liebsten gemischt mit Bananen.
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2004 ging er immer wieder lahm und wir mussten mit ihm in die Klinik fahren. Die Diagnose lautete beginnende Arthrose und die
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Behandlung schlug gut an. Wir trainierten noch pferdeschonender um den Fortlauf der Krankheit nicht unnötig zu beschleunigen. 2005
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und 2006 turnten wir deutlich mehr auf Fass und Boden wie auf Avellino. Im Frühjahr 2006 schlug dann auch die Arthrosebehandlung
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nicht mehr an und wir waren gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Die Tierärzte waren sich einig, dass Avellino auf der Koppel
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keine Schmerzen haben würde und so suchten wir für ihn einen Gnadenbrotplatz.
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Gleichzeitig lief eine Spendenaktion an und schnell fanden sich 18 Leute die bereit waren seinen monatlichen Unterhalt zu übernehmen-
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hieran konnte man am deutlichsten sehen wieviele Herzen er erobert hatte und viele Jahre Menschen geprägt hatte. Danke nochmal an alle!
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Im Juli 2006 kam Avellino nach Michelfeld bei Bopfingen und fand schnell neue Freunde. Bei unseren Besuchen waren wir immer wieder
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überrascht wie wenig durch die Offenstall/ Koppelhaltung von der Arthrose zu sehen war- nichts, keine Lahmheit!
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Ende September wurden turnusmäßig wieder die Haken an seinen Zähnen abgeschliffen. Die dazu nötige Sedierung verkraftete sein
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19 1/2 Jahre alter Körper nicht so gut, so dass er in der darauffolgenden Nacht sehr lange in einer ungünstigen Position gelegen haben
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muss und am nächsten Morgen kaum aufstehen konnte. Der Tierarzt verabreichte einige Medikamente und empfahl einige Tage abzu-
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warten um seinen tatsächlichen körperlichen Zustand besser einschätzen zu können.
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Von Sonntag 04.10.09 auf Montag nahm uns Avellino eine möglicherweise nahende Entscheidung ab und schlief in der Nacht ein.
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Avellino wir werden Dich nie vergessen!
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